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4000 Kilometer, 7 Wochen, 2 Räder, 2 beste Freunde – wird gut

wat mut dat mut

JA ! Nach dem Mongolei Abenteuer geht es endlich wieder in die Planungsphase, gehts in die Vorbereitungen, die Materialauswahl. Es ist die Zeit der Vorbereitung, Time to KoKi ! Es ist die Zeit der Vorfreude. Kennt ihr das, wenn es zum kribbeln anfängt, wenn die Temperatur steigt, der Puls sich anhebt, weil die Gedanken Gestalt annehmen? Es ist so magic, so schön, so gut es wieder fühlen zu dürfen, sich damit auseinander zu setzen.

Mein Oberrohr hat schon viele Kerben. Da war Alaska in den 90zigern, da war der Hammer Kathmandu nach Pokhara, Nepal seinerzeit 2006, da waren 20 Alpencrosse und natürlich auch meine wunderbare Auszeit vor ziemlich genau 10 Jahren: einmal rund um Irland. Da waren viele, viele kleine, mittlere tolle Bikereisen im europäischen Raum, aber keine hatte das Format von dem was vor uns liegt:

EINMAL RUND UM DIE OSTSEE

Ja, einmal rund um den See. Klingt niedlich, ist aber evtl. heftig. Der Plan sagt grob: 4000 Kilometer, vielleicht (mit etwas Glück) sind es ein paar weniger, vielleicht aber auch 100 mehr … wer weiß das schon genau, wohin es uns verschlägt, welche Pfützen wir umfahren müssen und ob alles so gelingt, wie wir das mit der Maus auf der Karte gemalt haben. Einen Gedanken haben wir schon einmal verworfen: nein, wir starten nicht von Haustür – bis Haustür … das wäre, vom tiefsten Bayern aus gesehen, dann in Anbetracht des Zeitkontingents von 7Wochen zu tough. Also war das schon einmal der Jump über die erste Hürde. Es gab ein paar Ideen, letztlich hat die Vernunft gesiegt: wir starten ab Marzipanstadt Lübeck ! Am Samstag 04.06. wird der ICE frühmorgens die Ankunft in Hamburg verkünden, dann dürfen wir noch 1x eine Stunde S-Bahn surfen und dann gibt es maximal noch einen Cappuccino und dann läuten die Glocken: ready to go! Lets go Eastsee. Boh ey. Was für eine Vorfreude.

soweit der Plan

Erste Ideen

Das Pflichtenheft ist klar. Zwei Freunde müsst ihr sein. Wir fahren mit unseren Rennstahl-Rädern, Pinion 831 – da brennt nix an. Lothar hat die schmäleren Reifen aufgezogen, ich fahre auf jeden Fall mit Schwalbe G-One 27,5x 2,8 …. mehr Komfort, mehr Spass.

wir haben schon mal geübt in ´21

Ebenfalls gesetzt ist es, dass wir zelten werden. Zelt heißt ebenfalls auch kochen. D.h., dem Gedanken folgend: wir sind weitgehend autark gepackt. Zelt, Schlafsack, Matte, Kocher, Töpfe, Nahrung, Kleidung plus der übliche Kram an „Gear“, sprich: Lupine Akku (Powerbank), Stirnlampe, Kamera, GoPro, Messer, Besteck, Moskitoschutz, Feuerstahl, Tool, Kartenmaterial und und und. Ihr wisst schon, was man halt alles so braucht.

Vor dem Reisen sollst Du lesen

Natürlich fahren wir nicht drauf los. Nein. Wir bereiten uns gewissenhaft vor. Da sieht im etwa so aus: Lothar hat einige Ideen, Udo schaut zumindest einmal auf die organisierten Karten, der Reiseführer kommt auf die Packliste (also nicht der edle Kunth Bildband, aber der schöne, tolle von Reise KnowHow), und digital nicht alles ist (die Kacheln auf MapOut habe ich schon alle heruntergeladen, so haben wir den gesamten Kartensatz offline abrufbar – mitsamt des kleinsten Feldweges.

soviel Info darf schon sein

Dann gibt es da noch die eine oder andere Website von Reisenden, die vor uns unterwegs waren. Ganz nett, aber in Zeiten wie diesen vielleicht informatorisch nicht so 100% valide und belastbar. So verfängt die Seite von Oleg sich irgendwo im Nirvana. Man kann sie aufrufen, doch die Kontaktaufnahme landet wohl in den Tiefen des Netz. Es kam nie eine Antwort (auch nicht vor Febr22).

Dann gab es da noch Herbert, der 2009 mal unterwegs war … –> hier … aber nein, ich denke, wir sind gut beraten uns treiben zu lassen. einen groben Plan haben wir ja :-). Immerhin. Besser wie nix.

Bikes & Taschen (Stand Apr 21)

2x Rennstahl Pinion 831, schwarz & schön mit Schwalbe

4x Ortlieb Taschen (nein, nicht in lila)

4x Ortlieb Gravel Packs Taschen

2x Ortlieb Ultimate Lenkertasche

1x Gramm Oberrohrtasche

1x Revelate Designs Rehmentasche

so oder anders .. mal schauen

Ausrüstung (Stand Apr 21)

Soto Stormbreaker Kocher (ich werde die Benzin Variante nehmen)

1x Rubens Fire Midge Kocher (Gas)

Trek ´n Eat Fertiggerichte (ca. 10x/Person)

Kean Kanteen Bottles (mindestens 1x 1,9l, sowie 1x 0,8l)

1x Zelt Hyperlite Mountain Gear Ultamid2 / inkl. Innertent / Alternativ MSR Freelite !!!

1x Zelt MSR Hubba Bubba

1x VauDe Winter Mat 7L

1x Therm-A-Rest Neo Air Matte

1x Therm-A-Rest Quillt Vesper 0°

1x Therm-A-Rest XTherm Matte

1x Schlafsack Deuter Astro Pro 400

schau mer mal … was es letztlich wird

Elektronik

Unverkennbar: wir werden alle ein bisserl digitaler, auch wenn dieser Trend teilweise Blüten treibt, so hat es doch hier und da so seine Vorteile, wir greifen auf Komoot und die MapOut Karten zu, wir zeichnen die Tour natürlich auf und auf das ein oder andere Highlight wird in Wort und (bewegtem) Bild eingefroren. Dazu brauchen wir nicht nur Strom (den unsere SON Nabendynamos autark produzieren) sondern eben auch ein klein wenig Equipment:

  • iPhone
  • iPad Mini
  • Garmin 1030
  • Garmin Fenix 6
  • JBL Clip4
  • Canon G1X MkII (zu sehr liebäugle ich noch mit der dicken DSLR …!?!?!)
  • Garmin Virb
  • 2x Lupine Penta
  • Lupine 6,9V 50Wh Akku / sowie den kleineren 25Wh Akku
  • Lupine USB One und Lupine USB Charger

Das wars auch schon (natürlich die passenden Kabel dazu). Geladen wird das gesamte Equipment mit den tollen Akkus von Lupine (die tagsüber am SON hängen). Hab ich was vergessen?

Gewicht „Elektronik“ folgt

Kleidung

Fakt ist, wir radeln in VauDe und mit Montane. Aktuell haben wir schon mal zwei Hosen besorgt, der Rest ist aber im großen Strudel der Lieferschwierigkeiten gefangen … Meine Crocs nehm ich sicher mit :-). update folgt (Stand Mai: alles kam pünktlich an)

  • Vaude Moab IV kurze Radshort
  • Vaude Trikot Altissimo
  • VauDe Quimsa LongSleeve Hoddy
  • VauDe Tekoa Wool Merino Shirt
  • VauDe Monviso 3L Jacket
  • VauDe Freney Thermo Jacke
  • VauDe RainCover für Helm
  • Montane Pac Lite Regenjacke Gore
Kleiderkammer warm

*** UPDATE „Kleider kalt“ folgt ***

Küche

McDonald ist auf Dauer keine Lösung, außerdem sind wir Biker und wer am Abend den Tag krönen will, der versorgt sich (in der Regel) selbst. So werden wir alles dabei haben, um uns mit Spiegelei, Spaghetti und sonstigen kulinarischen Feinheiten über Wasser zu halten – nicht zu vergessen der morgendliche Kaffee (nehm ich die Titan Bialetti oder den SeaToSummmit Filter??) Fragen über Fragen

Die Tasche „Küche“ beherbergt in jedem Fall schon mal folgendes:

  • Soto Stormbreaker inkl. Benzinflasche
  • Evernew Titan Töpfe
  • Soto Göffel
  • Soto Sturmfeuerzeug Torch
  • Titan Gabel
  • Titan Langlöffel
  • Trek ´n Eat Fertiggerichte
  • Eierbecher (auch als Transportbox)
  • SeaToSummit Teller
  • SeaToSummit Pfanne
  • meine heilige Maloja Blechtasse
  • Kanteen 0,7 und 1,9l Bottle
  • Wasserfilter ? Steripen ? –> nein
  • Hydrapak Wasserbeutel 1L (für Wein etc.)
  • Ortlieb Wasserkatze ?? –> nein
  • Messer (Multifunktion und normal)

Hab ich was vergessen ?

Gesamtgewicht „Küche“

Schlafzimmer (und Bad)

Das wichtigste eigentlich. Eine Tasche (wahrscheinlich die Lowrider tasche vorne links) ist zuständig für den erholsamen Schlaf. Wer tagsüber Körner körnert, der muss sich des Nachts regenieren. Auf dem harten Boden mit der Roßhaardecke geht da nix, also betten wir uns komfortabel. Stand heute werden wir auf einer ThermA-Rest Neo Air Matte und einer VauDe Wintermat 7 uns daniederlegen. Aber der Reihe nach: Udo´s Schlafzimmer hat keine Tapeten, aber:

  • Therm-A-Rest NeoAir Matte, 500gr
  • Therm-A-Rest Daunen Quillt Ember (480gr) oder dem Deuter Astro Pro400 Daunenschlafsack (850gr) – ich hadere nicht mehr. Ich nehm den Quillt, der war damals auch gut.
  • meinen endgenialen – seit 2002 stet wieder bevorzugt eingesetzten (und ab und an erneuterten) SilkRoad Seidenschlafanzug (125g – ein Traum)
  • SeaToSummit Kopfkissen L
  • im Gegensatz zu Lothar reise ich ohne Hängematte
  • MSR Freelite – soviel Test darf sein
  • MSR Titannägel, 2x Rutalacura Carbonstangen adjustable sowie ein paar stabile Schnüre
  • Bodenplane von Extremtextil
  • plus halt das bisserl Waschzeug, was mann so hat: Zahnbürste, Zahnpasta, All-in-one Seife, Bürste im Sackerl …. vllt. noch ein Probefläschchen Parfüm – man weiß ja nie
  • sowie ein paar homöopathische Kügerl, Pflaster, Mull, Tempos, Desinfektionsspray etc.

Hab ich was vergessen? Das sollte reichen fürs Schlafgemach und Spa. Wenn ich dem Luxus seinen Lauf lasse, nehme ich noch mein Helsport Tarp mit, dann haben wir aber auch echt alle Optionen.

Gesamtgewicht „Schlafgemach“

das Schlafgemach samt Badezimmer

Täschchen

„Soviel Zeugs – spinnst jetzt – wo willst denn das alles verpacken?“ – wird der ein oder andere jetzt ob meines Geisteszustandes besorgt gedanklich formulieren. Ich sag Euch was: da is noch gut Luft drin (hab ja auch noch nicht alles aufgezählt). Gepackt werden wird wohl klassisch, d.h. Sixpack mehr oder minder:

  • Lenkertasche Ortlieb Ultimate 8l
  • Rahmentasche Revelate Designs (ca 13l)
  • Oberrohrtasche /TopTube Bag Gramm Tourpacking XXL
  • LowRider Ortlieb bzw. Gravel Pack vorne (2x 10l)
  • Ortlieb Back Roller bzw. Gravel Pack hinten, (2x 18l)

Wenn das nicht reicht? Vorne links das Schlafzimmer mit Bad, vorne rechts die Küche, in der Rahmentasche Futterei und sonstiges, in der Ultimate am Lenker all die Dinge für den schnellen Zugriff (iPhone, Kamera, Virb, Kabel, ….), in der TopTube Bag öfter benötigtes Equipment wie Messer, Besteck, Stirnlampe, Tempo, Feuerzeug, Riegel, all sowas. Hinten wird Kleiderkammer sein (mal sehen ob eine reicht, oder ob es eine Wetter/Warm Tasche und eine „casual“Wear Tasche wird) und in der Brooks Satteltasche findet Zelt, Tarp und Plane Platz.

Hab ich was vergessen? Ach ja, die Osprey HipBag darf dann noch Geldbeutel, Papierkram und Reserve auffangen. Dann is aber auch jut, oder?

(Leer)Gewicht Täschchen :

  • Ultimate Lenkertasche (671gr – nicht im Bild)
  • Revelate Designs Rahmentasche (383gr)
  • Gramm Top Tub Bag (338gr)
  • Ortlieb Gravel Pack (381gr x 4)
  • Feedbag (123gr x 2)
  • Brooks Satteltasche (146gr)
  • Osprey Hip Bag (370gr)

Das muss man sich mal geben: 3529 Gramm allein nur für die leeren Behältnisse, damit man sein Zeug schön unterkriegt. Naja, ok, ein Koffer wieder mehr.

Aktueller Stand, 2 Tage vor dem Start, das Gesamtsystemgewicht wird bei ca. 32-33kg liegen. Excel lügt nicht. Die Gepäckträgerlösung gefällt mir noch nicht final .. die Schuhe hinten drauf find ich schick. Überhaupt, was ein kleiner Buchstabe im Alphabet so anrichten kann -> seht selbst

Na(c)ked

na(c)ked

Packed

packed

zudem stehen in „Countdown – Gedanken vor dem Start weitere Details -> hier

One response

  1. War Mitte der Nuller-Jahre schon mal auf dieser Route mit dem Bike unterwegs. Drei Wochen im Juli. Drei Wochen Shorts und T-Shirt.
    Kurische Nehrung: Die 90-Mile-Beach Europas! Die Ritterburgen des Deutschen Ordens in den Baltischen Staaten und später die reichen Städte der Hanse lassen Kultur und Geschichte nicht zu kurz kommen. In den Buchten Südfinnlands hatte es dann tatsächlich vierundzwanzig Grad Wassertemperatur! Die Sonne scheint ja im Juli dort oben fast rund um die Uhr.
    Ich wünsch euch Beiden eine ebenso tolle Zeit wie ich sie damals hatte!

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