Dresden, Airport, September 2026 – welcome to the handmade bicycle show again.
Aller guter Dinge sind drei, isnt it? Nachdem mich 2023 und 2024 die bespoked schon in ihren Bann zog, war es in diesem Jahr doch mehr als längst überfällig erneut einzutauchen in die Welt der Nerds, in die Atmosphäre der Schweißer, Bastler, Tüftler, Näher und Freaks. Welcome to bespoked (bevor ich mich selbst auf mein BBB schwang und das Project Mittelland in Angriff nahm). Ich mag diese Messe. Sie ist so erfrischend anders, so crazy schräg und dennoch so pulsierend authentisch.
Hier triffst du nicht die ganz großen Player, sondern hier findest du die edlen Perlen. Hier geht es nicht um Stückzahlen sondern um Schweißnähte. Nicht Kommerz sondern, ja man kann das schon so nennen, um Kunst. Diese steht bei so manchem Objekt der Begierde nicht nur im Prospekt, sondern ist „eingearbeitet“.
Wie schreibt der Macher von Rheintritt so schön:
„Anyone who has even a passing interest in bicycles is familar with the often-told story of freedom on two wheels and memories of youth. I dont want to bore you with that.“
Rheintritt erzählt vielmehr, stellvertretend für viele bespoked Aussteller, seine Geschichte von Leidenschaft und Sinnhaftigkeit seiner Arbeit. Darum geht es: etwas Gutes, Schönes und eben auch sinnstiftendes zu schaffen, zu entwerfen und letztlich zu bauen. Fahrräder in Perfektion mit Liebe zum Detail und vor allem in jeder nur denkbaren Kategorie. Was sind schon Kategorien in dem Meer aus N+1?
Die bespoked bietet dem Besucher genau das. Leidenschaft und Vielfalt, Besonderes und Exotic, Inspiration und jede Menge „Träumchen“Vorlagen.
Räder.
Bikes in reinster Form. Schnörkellos oder eben auch mit Schnörkel. Klassisch oder extravagant. Jeder nach seinem Gusto. Aber (fast) alle folgen dem neuen Hype: 32 Zoll. What? 32 – zweiundreizig Zoll? Ja, genau. Kennen wir „Alten“ noch 26″ oder als Brompton Fahrer auch die kleinen niedlichen 16″Zöller, so war seinerzeit dann der Sprung auf 29″ schon fast ein Schreck in der Biker Welt, der schnell als cool, besser und toll präferiert – und nur von 27,5″ etwas gestört wurde – 28″ Zoll gab es ja ohnehin schon seit ewigen Zeiten. Nun also 32 Zoll – das ist schon ein Brett oder besser gesagt ein „großes Rund“. Egal ob 32-Graveler. 32-Touren- oder 32-Enduro MTB … die Dinger standen auf sehr, sehr vielen Ständen. Wie schon damals bei 29″ … man muss sich erst daran gewöhnen und mein erster Gedanke war: ihr schränkt die Käuferschicht auf alle Menschen ab 175cm Körpergröße ein, weil ich mir (aktuell) nur schwerlich vorstellen mag, wie eine 162cm große bzw. kleine Frau sich in einem XS Rahmen zwischen zwei so gewaltigen Schlappen wiederfindet. Wir werden sehen wohin die Reise geht. Schön sind die Dinger aber schon. *Find*.
Parts.
Wohin die Liebe fällt. Manchmal sind es die kleinen Zutaten, die die Torte erst schmackhaft machen. Die Jungs von Carbon Work aus dem Allgäu haben abgespeckt und aufgetischt. Carbon Teilchen vom feinsten. Alles im untersten Grammbereich, der dem Wörtchen Federleicht schon kaum mehr gerecht wird. Etwas mehr Heavy Duty, aber unglaublich funktional ist das Leipziger Startup, welches nun mit dem Allpacka Serienreife erzielt hat. Die Klappbox lässt sich sehr schlank ein- aber in Sekundenschnelle wieder zu einer stabilen Einkaufsbox ausklappen. Engineering auf hohem Niveau. Gut gemacht Jonathan & Co. Tom von Meerglas war mit seinen tollen Kreationen einmal mehr vor Ort und bietet pure Individualität. Begeistert man sein darf. Mit der OldSchool Taschenlampe wird auch noch ein Eyecatcher draus.
Statements.
Allein der coole alte Engländer vor den Toren des Airports war ein Statement, der Bolzenschneider im Heck ein weiteres. Man muss auf der bespoked die Augen offen halten, dann begegnen einem auf jeder Tischkante kleine erlesene Aussagen, an jeder Pinwand lauert ein Spruch, ein Aufnäher oder auch ein cooles Patch.
Cars ruin everything around me
mag ein solcher sein, ebenso wie der legendäre und für mich so wertvolle
I never go out for a walk without my bike
Isnt it? .. Natürlich kann man auch zur „How to stay alive in the woods“ Bibel greifen, die auf dem Brooks Stand sicher nicht nur Deko war. Und das Logo von Carbon Work ist kein Statement es ist ein leichtgewordener, federleichter Zustand. Das in der Rapha Schrift gehaltene „Antipha“ auf dem edlen Handmade Kobel Bike ist nicht nur eine Lebenseinstellung sondern ein gut gemachtes politisches Statement. Was die Jungs von „Ballern“ mit den Eislauflehrer:innen haben, ist nicht überliefert, machte sich an der Wand aber gut.
und überhaupt.
… macht das alles doch einfach nur Spaß. A Day at the Airport. Oder gerne auch zwei, drei Tage (die Messe geht immer von Fr-So). Es ist nicht nur kurzweilig, es ist unterhaltsam, es ist eine Quell der Freude. Du kannst guggen, schlendern, du holst Dir Appetit. Und das beste, es schmeckt sogar. Auch das Bier oder die Curry Wurst an der „Bar“. Freitag Abend dann die legendäre Party, und auf Insta kann man die Crazy Guys bei ihrem Stadtausflug bestaunen, nur Schweißnähte oder Blödsinn im Kopp. Schön war es auch Markus Weinberg zu treffen (Bild u.re.) dessen Bücher hier im Blog besprochen sind (Great Divide / Fahrrad Freiheit Europa). ach ja, und überhaupt: Appropos Buch: Bengt Stiller, ein Mann, ein Buch, viele Fotos. Der Typ ist nicht nur cool, der Kerl kann was erzählen. Mit eigenem Stand auf der bespoked präsentierte er seine überarbeitete Neuauflage des gewaltigen Bildbandes „Räder aus Stahl“. Was für ein Werk. Chapeau, Ben. Es war mir ein Fest Dich kennenlernen zu dürfen. (eine Besprechung folgt zeitnah und wird hier verlinkt).
und überhaupt, die zwote.
… last but not least: lasst die Beine sprechen … bespoked spricht eh eine ganz eigene Sprache 🙂 .. wir sehen uns 2027 …






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