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Gedanken vor dem Start

Wir schreiben den 01. Mai 2022 – Tag der Arbeit – bezeichnenderweise ein Sonntag. Von nun an gilt „nur noch x-mal schlafen“ …. das mit dem schlafen könnte mitunter gelegentlich schwer werden / schwer fallen . Zu viele Gedanken, die sich allabendlich im Kopf türmen. Siehe auch die ersten Vorbereitungen, die sich mittlerweile schon wieder ein paar Mal selbst überholt haben (ja, ich hab den Forumslader gegen den Lupine Akku getauscht, und ja .. mein Zeltkonzept könnte eine Überraschung bereit halten, und ja: die Packtaschen Entscheidung ist endgültig gefallen) … der finale Endstand wird letztlich hier eingefroren sein.

  • Was pack ich nun wie?
  • Was nehme ich tatsächlich mit / was bleibt zuhause?
  • Kommt das Lupine Packerl rechtzeitig?
  • Bin ich mit meinem Minimalismusprinzip auf dem richtigen Weg?
  • krieg ich meinen Schreibtisch tatsächlich so leer wie mein Postfach voll ist?
  • wird mein mündlich genehmigter Urlaubsantrag überhaupt schriftlich genehmigt?
  • erleben wir – Klimawandel ? – den Jahrhundertsommer ausgerechnet im Jun/Jul22 oder gibt es die Mückenplage 22?
  • wie lange vorher schmiert man sich die Backen mit Melkfett ein, um gröberes zu verhindern?
  • und last but not least: zerstreuen sich die Bedenken meines Reispartners in Bezug auf die politische Weltlage, nachdem sich nunmehr der ein oder andere Virus relativiert hat?
  • was macht Putin?
  • was machen wir?

Fragen über Fragen.

plus zwei weitere Taschen …

Nur noch 33x schlafen

… dann kommt kommt die Bundesbahn daher gerollt, stampfend, dampfend, … wir stehen am Bahnsteig mampfend. Es wird ein Freitag sein, zu einer Uhrzeit, bei der die Tagesschau sich bereits mit den Worten „ich wünschen Ihnen einen schönen Abend“ längst verabschiedet hat. Wir werden am Gleis3 stehen und führen unsere Rennstahlrösser an einer Hand, suchen den Wagon mit dem Fahrradlogo und betreten das Vestibül der zweiten Klasse. In der anderen Hand vielleicht eine Büchse Bier? In diesem Moment, wo die Türen sich schließen und der Berliner Schaffner mikrofonschwanger „zrückbleim bittte“ leiern würde, von dem Moment an gilt „es gibt kein zrückbleim – die Reise hat begonnen“. Wir starten nicht in Berlin – wir starten in Traunstein!

Overnighter
das innere Feuer brennt bereits

Noch 27x schlafen

… ich werde langsam ungeduldig. Die Gedanken kreiseln mitunter. Sagte ich schon, oder? Putin hat wohl ähnliche Schlafstörungen. Neuerdings verbringe ich meine Feierabende (das sind die Abende die zu spät anfangen, weil der Tag zu lange dauerte) in dem ich im gesamten Hause Kewitsch meine sieben Sachen zusammensuche. Die Töpfe aus dem Schuppen hole, den Schlafsack und die Matte zusammen stopfe, die Taschen erst im Geiste dann in tatsächlich packe und wieder entpacke. Treppe hoch in mein Arbeitszimmer, Treppe runter in den Keller, da war doch irgendwo das TitanBesteck, was lag gleich noch im Regal in der Garage? Wo ist es nur? Treppe wieder hoch, Treppe wieder runter. Wenn die Leute mich neuerdings fragen „du trainierst doch, oder?“ kann ich beruhigt antworten „ja, in gewisser Weise schon“. Zum radeln komme ich auf diese Weise eigentlich selten.

Linke Tasche, rechte Tasche

Zwei Taschen sind schon mal fix. Das Schlafzimmer und die Küche.

Das Schlafzimmer
Die Küche

eigentlich ist es gar nicht so schwer:

Schlafsack, Seideninlet, Quillt, Kopfkissen, Seidenschlafanzug, Moskitonetz, Matte, Tarp, Handtuch, Waschbeutel, Lampe -> Tasche re vo
Eierbecher, Benzinflasche, Wasserbeutel, Kocher, Pfanne, Teller, Töpfe, Kaffeemaker, Grünspan, Besteck, Feuerzug etc – Framebag

Details und aufs Gramm genau hier.

und damit ihr mal so ein Gefühl bekommt: meine Küche wiegt keine 3,5Kilo – und Deine so ?

Noch 22x schlafen

derweil die Packliste wächst und wächst kommen so langsam die ersten Antworten auf die wichtigen Fragen daher.

Wer die Spannung nicht erträgt: Lupine hat geliefert. Pünktlich, perfekt, professionell.

wir fahren mit der Penta ! Geiles Teil – hell wie der Tag

auch die Klamotten haben wir jetzt wirklich zusammen. VauDe sagte ich schon und vor Regen wird mich die tolle Montane Pac Lite schützen – Bikepacking Wear. Wat mut dat mut.

ja, und in der Tat, die Countdown nimmt Fahrt auf, waren es neulich noch 33 Tage, zählen wir heute am 12.05. nur noch 22 Tage, die es zu schlafen gilt – oder wachträumen .. je nach Blickwinkel. Die politische Weltlage versuche ich dadurch zu verbessern, in dem ich konsequentes Tagesschau Detoxing betreibe – das half schon zu Corinna Zeiten und hat sich bewährt. Dennoch schrammt die eine oder andere Schlagzeile an mir vorbei und mitunter sind die Bilder, die über die Kanäle gehen unerträglich. Wer hätte, wir schreiben das Jahr 2022 (nicht 1943), jemals gedacht, dass Menschen Menschen so etwas antun. Anderes, düsteres Kapitel.

Wir fokussieren uns auf das konzentrierte herunterzählen. Ich werde dieser Tage mein Rennstahl zum letzten Check bringen (etwas knackt grad) und ich werde einen ersten Test mit dem USB Charger von Lupine absolvieren, ob er genauso zuverlässig lädt, wie der bewährte Forumslader es getan hat.

Die ganze Litanei an Ausrüstung und die genauen Gewichtsangaben und Mitschriften liest man in Teil 1 von 3 hier in diesem Blog. Das nährt sich wöchentlich und redlich – so wie das Eichhörnchen. Bin gespannt, was finally unterm Strich an Kilogramm sich so aufaddiert – wohlgemerkt, mein Ansatz ist der eher spartanische.

Stand 12.5. nur noch 22x (sprich, da darf wieder fett abgestrichen werden)

Noch 11x schlafen

hieß es am 23.05.22 … in der Tat, wir waren schon mal on Tour …. einst 1976. Er mit dem gelben Belfo Blitz, ich selbst hatte ein blaues Habsburg. Aber egal.

wir haben es schon einmal gemacht

Der Plan nimmt Formen an. Die heutige finale Streckenplanung bringt es an den Tag: wir müssen im Schnitt 90km pro Tag kurbeln um lebend und rechtzeitig da raus, bzw. wieder anzukommen. Machbar. Irgendwie. Nicht mit eingerechnet all die Fährenhüpfer und sonstige Unwägbarkeiten. Nun denn … es wird sich schon richten, außerdem ist Mr. Putin da noch das größere Risiko. So gesehen.

An dieser Stelle soll nun gut sein – wir lesen uns wieder am 03.06. ….. Wenn der Schaffner „zrückbleim, bittä“ ruft … das ist dann der Moment des „point of no return“.

Finale Packliste, Gewichte, das ultimative „das is alles mit dabei“ Pic steht demnächst im Kapitel „Vorbereitung“.

Frisch zurück von meiner kleinen „Maitour“ (4Tage, 270km, 2000hm) … jetzt muss der Kopf die Kurve noch kriegen, dass es nicht 4 Tage ums heimische Eck sind, sondern 49 Tage weit weg. Gelernt hab ich, dass mein Lupine Akku sich nicht vom SON Lader laden lässt. Is schon mal dov. Gelernt hab ich auch, dass man gut beraten ist, hauszuhalten … mit allem, der Kraft, dem Bier, all solchen Dingen … wir werden sehen … wir nähern uns dem Point of no return. Bald geht der Blog „live“ on Air.

Countdown –> 10x -> 9x -> 8x -> 7x -> 6x -> 5x -> 4x -> 3x –> 2x -> 1x !!! boh ey …

ende

*** Drückt uns die Daumen ***

Auf einen Blick

die Vorbereitung

der Countdown

Deutschland, Polen

Baltikum

Skandinavien

Fazit, Bilderbuch – folgt

Länderspecial -> Polen, Litauen, Lettland, Estland – folgt

Länderspecial -> Finnland, Schweden, Dänemark – folgt

13 Responses

  1. Hi Udo
    Ich wünsche euch beiden gute Fahrt und unvergessliche Erlebnisse. Freu mich schon auf Updates von unterwegs.
    Liebe Grüße, Alex

  2. Moin,
    sieht nach einer interessanten Tour aus. Wenn Ihr Richtung Helsinki kommt, könnt Ihr ja Bescheid geben (email hast Du im Kommentar), dann kann man euch ein Stück begleiten (wenn Ihr Lust drauf habt).

    Christoph

  3. Ah – sehr schöner Blog-Auftakt und was für ein beeindruckendes Vorhaben – WOW. Da freue ich mich auf weiteren Input in Wort und Bild.

    Bis dahin wünsche ich Euch eine tolle Vorbereitungszeit mit großer Vorfreude und gutes Gelingen mit viel Spaß, Sonne und wenig Gegenwind.

    Klasse!!!

  4. Hey Udo, all the best für Euren Megatrip. Beim (Rad)Reisen wirst Du sicher (wieder) eine andere, d.h. „bodenständige“ Perspektive zu allen möglichen Belangen des Lebens finden.
    Viel Spaß & Glück auf Euren Wegen!
    Conny

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