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Tailfin im Test

Ganz ehrlich. Man stolpert immer wieder mal drüber, sieht die Lösung, denkt sich „boh ey, cool“ und der Stachel sitzt. Man stöbert die (sehr gut gemachte) Website durch und der Stachel will sich nicht ziehen lassen. Im Gegenteil. Kaufreflex.

schick, gell?

Ok, zwischen Reflex und Tat liegt dann noch ein Moment der Recherche, a) will das Equipment sorgfältig ausgewählt sein (wenn dann nur eine Lieferung aus GreatBritain) und zum anderen brauchte es für mich den finalen Impuls. Der kam dann schneller als gedacht, weil: die Lösung ist eine doppelt gut. Das Tailfin Rack lässt sich nämlich im Handumdrehen von einem Bike aufs andere wechseln. Also, klick auf „Shop“ und zuschlagen. James von Tailfin berät mich und dann heißt es nur noch „warten auf Shipment“ … die Lieferung kam prompt, die Verpackung ist wertig und anhand des Videos (siehe unten) hat man sein Zeug schnell montiert. Das war quasi ein Weihnachtsgeschenk an mich selbst.

Raus damit auf die Straße. Montiert ist das Tailfin Rack aktuell an meinem Surly Midnight Special. Später kommt es mit der passenden Adapterachse ans Carbon MTB meiner Frau und die Frage „kannst Du das für mich nehmen“ rückt in den Hintergrund.

Wie bewährt sich das Tailfin Rack in der Praxis, was steckt es weg, wie lässt es sich handhaben, how does it works? Mit einem Wort: klasse ! Ich bin begeistert. Lest selbst.

On the road

Einmal montiert (siehe Video / sprich Rack und TopBag „verheiratet“) geht die Installation am Bike innerhalb von Sekunden. Die zwei Schnellspanner treffen auf die Einschraubhülsen (hochwertiges Alu am Heck), Klick links, Klick rechts, dann nur noch den Schnellspanner um die Sattelstütze: fertig.

Die von mir georderte Seitentaschen (je 10L) lassen sich ebenfalls in Sekundenschnell an den Seitenhülsen befestigen. Bombensicher, rüttelfest. Die Verschlussmechanik ist sehr hochwertig und funktioniert einwandfrei. Das schafft Vertrauen.

Feines Feature am Rand, genauer gesagt zwei Features: wer sein Rack (ich hab das Rack mit der TrunkBag / gibt es auch ohne) mit den seitlichen Aufnahmehülsen für die Taschen (gibt es optional in 5L, 10L oder auch richtig „ausgewachsen“ in der Grand Tour Variante mit 22L) ordert, ist nicht gezwungen die Tailfin eigenen Produkte zu nehmen, sondern kann „Third Party Adapters“ mit bestellen und somit auch Ortlieb und Co. an das Tailfin Rack montieren. Vorteil Nummer 2 ist, das die Seitenarme des Gepäckträgers standardmäßig 3 Bohrungen für Anything Cages oder ähnliches haben. Wer also keine Taschen montiert, sondern einen solcher Träger, der kann alles verzurren, was man so unterwegs bei sich braucht. Tailfin bietet auch eigene hochwertige Alu Cargo Cages an.

Cargo Cage

Alle Taschen, sowohl die TrunkBag als auch die Seiten Panniers, packen ordentlich was weg. Meine 10 Liter Version (hier nur einmal montiert) hat ordentlich Volumen und im Lieferumfang sind auch noch Straps um das ganze ordentlich zu komprimieren. Das Material ist natürlich wasserfest und haptisch über jeden Zweifel erhaben. die Trunk Bag hat links und rechts noch einen Reißverschluss, damit man einen schnell Zugriff hat, ohne das System öffnen zu müssen.

Auch wenn, wie bei mir, der Sattel etwa hinten „übersteht“, so gibt es zu keinem Zeitpunkt eine Kollission oder ähnliches Ungemach in der Ergonomie, weder beim Packen noch im Fahrbetrieb. Die TrunkBag verfügt über zwei querlaufende Gurte und zwei Gurte an den Längsseiten, damit kann alles fest verzurrt werden. Auch ist es möglich, ein oder zwei Rücklichter ein zu clipsen (meine hier montierte Taillight von Supernova wird aktuell nicht perfekt zu sehen sein).

Im Fahrbetrieb merkt man das System nicht. Alle Taschen sitzen bombenfest, auch die schwere Kamera, samt zweier Objektive, die ich hinten mitgeführt habe, schwankten keine Sekunde. Öffnet man die 20l TrunkBag, macht der „Sack“ sein „Maul“ weit auf – so geht komfortabler Zugriff.

Es gibt Freaks, die haben sich tagelang mit der Recherche und Windwiderstandsmessung auseinander gesetzt. Ich will Euch das nicht vorenthalten, auch wenn mein Anspruch nicht der ist, Sekunden einzusparen, aber Torsten hat sich sehr, sehr kompetent mit der Materie beschäftigt -> klickst Du hier.

Die Verarbeitung ist insgesamt überdurchschnittlich hochwertig und man sieht dass Herzblut in den Produkten von Tailfin sitzt. Da hat jemand zu Ende gedacht.

Wo ist der Haken?

Wo ist der Haken. Bei soviel Schwärmerei könnte mein meinen, ich habe Tailfin Aktien. Nein – ich habe – Hand aufs Herz, bestellt, bezahlt, benutzt und nun geschrieben. Ich wollte das Teil (für meine Frau) haben (so mein offizielles Motiv) und hab mich selbst beschenkt. Jetzt freuen sich zwei :-).

Also: wo ist der Nachteil, bei all der Schwärmerei. Ganz ehrlich: ich kann nur einen einzigen entdecken, maximal zwei.

a) die Ware kommt aus Großbritannien und das macht die Sache – seit Brexit Zeitrechnung – nicht wirklich einfacher. Custom Clearance und Einfuhrumsatzsteuer fallen an. Bei mir waren das rund 100Euro. Saurer Apfel 1.

b) das Set ist kein Schnäppchen, auch wenn man, wie ich auf die Alloy und nicht die nochmals wertigere (und etwas leichtere) Carbon Version zugreift. man kann in die Tailfin Welt schon mit 139Euro einsteigen, dann hat man ein Alloy Rack ohne Taschen und ohne Pannier Mounts (Was den Einsatzbereich deutlich eingrenzt) … man kann in der Spitze die Vollversion erwerben und hat mit Carbon Rack, Pannier Mounts, 20 Liter TrunkBag und 2x SuperLight 22Liter Taschen ruckzuck 900Euro weniger auf dem Konto, aber dann ein geiles Setup.

Für die von mir gewählte Konfiguration mit Alloy Rack, Pannier Mounts, 2x 10Liter Taschen und TrunkBag (20L) sowie Universal Axle und third Party Hülsen rufen rund 600Eur auf – damit ist dann aber alles abgedeckt und der Umbau aufs zweite Bike geht ratzfatz (für mein Gewissen heißt das quasi: 300Eur pro Bike inkl. Taschen). So gesehen….

Ein Argument pro diesem Invest ist aber ganz klar und eindeutig. Du kaufst hier keine minderwertige China Ware, sondern eine High End Lösung in sehr wertiger Ausführung – ich gehe davon aus, dass mich die Teile jahrelang begleiten werden (sie sollten hier immer wieder auftauchen) – mein Midnight Special ist jetzt Overnighter ready.

Fazit:

Tolle Ware für gutes Geld. Haptisch, optisch und funktional top. Die Befestigung ist super solide, die Materialien wertig und robust. Durch die 3 Bohrungen an den Seiten wird das System multifunktional erweitert und mit den Zubehörteilen kann man sogar „fremde“ Ortlieb Taschen (o.ä.) auf einem Tailfin Rack montieren. Mit der Universal Achse passt das Setup auf auch verschiedene Bikes (ihr wisst schon n+1), was wiederum bedeutet: 1 Rack für ALLE Bikes in eurem Fuhrpark. Jetzt wäre es noch schön, wenn europäische Vertriebskanäle und Shops, dieses tolle Produkt im deutschsprachigen Raum anbieten und wir nicht den etwas umständlicheren Weg über England gehen müssten. Andererseits: die Jungs von Tailfin sprechen fließend englisch und sind sehr service- und kundenorientiert. Von daher also: no problem.

Montage

Dieses Video erklärt sehr schön, wie schnell und einfach das Set einsatzbereit gemacht wird:

(c) Udokah, Jan22

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