was ist Bikepacking – worauf musst Du achten ?

Was ist Bikepacking? Bikepacking ist in aller Munde. Bikepacking ist Radreise. Bikepacking ist Freiheit. Bikepacking ist individuell. Bikepacker sind Freigeister. Bikepacking ist der Luxus von ganz viel an weniger. Bikepacking ist ein Wort – ein Hype – ein Trend – ein Gefühl. Doch der Reihe nach.

Regel Nummer 1

First of all gilt, es gibt keine Regel. Ok, ok, „leave no trace“ ist eine der Selbstverständlichkeiten, die ein „guter“ Biker und der Bikereisende sich nicht extra ins Gebetsbuch schreiben muss/müsste. Ich habe es dennoch einmal aufgeschrieben und sozusagen die Grundsätze hier zusammengetragen: leave no trace ! Aber dennoch: Regeln schränken nur ein – und für was sind Einschränkungen denn gut (haben wir in diesen Tagen nicht genug davon ?).

Bikepacker setzen sich auf ihr Mountainbike, pimpen ihre Speedmaschine mit einem Rack, satteln den Graveler auf oder nehme das (urbanere) Trekkingrad und ziehen los. „Mach Dein Ding“ ist nicht nur eine Sache von Hornbach – jippijeahjeah, jippijeah.

Regel Nummer 2

Bikepacking ist Freiheit. Und zwar die Freiheit dahin zu gehen, wohin man mag (und darf !!). Wer sich sicher(er) fühlt, fängt mit einem Campingplatz in der Heimatgemeinde an. Wer seinen Radius dann weiter ziehen mag, wird feststellen: es gibt viel zu entdecken. Ein schöner Platz am See, eine Waldlichtung auf der Wiese des Bauern (den man vorher gefragt hat), ein Gipfelplateau oder ähnliches – Ziele gibt es zuhauf. Tabu sind empfindliche Naturschutzzonen, Biotope und ähnliche Gefilde, selbstredend. Zsammpackeln, aufsatteln, los gehts. Manchmal – I love it – einfach aufs Geratewohl. Entschieden wird an der nächsten Kreuzung: links oder rechts. Dort hinauf, oder da lang? Am Ende des Tages landet man immer dort, wo man wollte.

Farben der Freiheit

Regel Nummer 3

Micro, Makro oder Ultra – it doesn´t matter. Es spielt keine Rolle, ob Du Dich für eine Nacht in die Büsche der Nachbarschaft schlägst (und am anderen Morgen wieder frohgemut mit dem Frühstück vor der Türe stehst), oder ob Du Wochen- oder Monatelang auf große Tour gehst. Es ist egal. Was ist zählt ist der Happiness Score … und tickt ab der ersten Sekunde.

ok, er braucht ein paar Tage länger, bis er wieder „daheim“ ist

Regel Nummer 4

Weniger ist mehr – es braucht nicht viel. War es bei der Zeit egal ob viel oder kurz, so ist es beim Gepäck und der Ausrüstung mit etwas Übung schnell gewiss: der Mensch hat ein paar Grundbedürfnisse, diese lassen sich wunderbar in der Natur stillen. Für den Schlaf, die Matte und den Schlafsack, für den Hunger und Durst etwas Proviant, gegen die Kälte etwas Warmes und für die Geborgenheit ein Zelt oder Tarp. Wer noch einen Kocher hat, ein Taschenmesser und eine Stirnlampe, hat seine sieben Sachen fast schon alle beinander.

alles dabei

Wir sehen, wer nicht den Gameboy, und 5 Garnituren Wechselwäsche mit sich führen muss, kommt mit ein paar Taschen am Bike wunderbar zurecht. Hier gibt es vielfältige Konzepte und jeder mag (und vor allem: kann) nach seinem Gusto glücklich werden. Bikepacker brauchen keine starren Systeme – ein jedes hat seine Vor- und Nachteile. Wer es es genauer wissen will, der informiert sich hier über die Unterschiede der Konzepte.

Dem einen reicht eine Matte, ein Biwak und ein Müsli, der andere braucht Zelt, Daunenjacke und Kochgeschirr – eines ist allen gemein: das Zeug passt ans Bike ! Glaubt mir.

Regel Nummer 5

Rekorde waren gestern. Freunde, mal Hand aufs Herz. Klar gibt es die Jungs, die an jedem Ortsschild die Halsschlagader schwellen und die Schenkel platzen lassen. Aber das gehört ja nu nich in die Kategorie Genuss. Nein, der Bikepacker ist der sportlich entspannte Abenteurer. Der Entdecker. Er ist unterwegs, aber eines sicher nicht: auf der Flucht. Er braucht keine Höhenmeter Schallmauer, keine Strava Segmente und auch keinen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde, er trinkt lieber zwischen zwei Etappen ein ebensolches, wenn die Pub-Situation es erlaubt. Klar darf er auch was leisten – egal ob Distanz oder Etappenziel, einerlei ob Kirgistan oder Schwarzwald – aber er ist sein eigener Herr und keiner Rennleitung unterworfen. Sogar die aus dem Boden sprießenden so genannten „Self supported Races“, in denen man auf eigene Faust an einem „Rennen“ teilnimmt und von A nach B bikepackend unterwegs ist, sind vom Prinzip her darauf ausgelegt: jeder Finisher ist der Held – nicht nur der erste, der sich kaum eine Minute Schlaf gegönnt hat.

Rekorde werden überbewertet

Regel Nummer 6

Wo und wie bestimmst Du. Ok, Bikepacker sind Naturmädchen und Naturburschen (sorry, keine Häme, mir fällt kein genderkonformes neutrales Wort ein – verzeiht). Und klar steht eben jenes Naturerlebnis im Wald, am Berg, am See im Vordergrund – aber – und das sollte kein Ding sein – natürlich kann man doch auch mal fünfe grade sein lassen und sich in einer Pension oder unter einem festen Dach einquartieren. Es ist erwiesen, dass nach ein paar Tagen (spätestens ein paar Wochen) auch eine Dusche und ein üppigeres Bett mal als komfortabel empfunden werden. Egal ob es die Jurte oder – ja Herrschaft – auch mal ein Hotel ist. Erlaubt ist, was glücklich macht. Mit anderen Worten, das One-Million-Star Hotel ist ebenso konform, wie der Hilleberg Palast oder eben eine bescheidene Hütte Deiner ganz persönlichen Wahl.

Schutzhöhle

Kurzum

Bikepacking ist universell. Egal welches Bike Du nimmst, egal wie Du Deine Ausrüstung verstaust, einerlei, was Du für Dich als wichtig empfindest und – no matter wohin Dich Deine Wege auch führen (mal davon ausgehend, dass Du nicht über die größte Bundesstraße Deutschlands, der B2 von Brandenburg nach Mittenwald radeln willst) -> feel free, just do it.

los gehts …. aber bitte nicht auf der B2

Die Jungs von Bikepacking.com haben sich auch ein paar Gedanken dazu gemacht. Seht selbst.

ach ja und dann war da noch das Granfondo Magazin, die haben sich auch mal geübt in einer Aufarbeitung zum Thema –> mehr davon hier. Viel Spaß beim lesen.

in diesem Sinne: lets bikepack – macht Eurer Ding & bleibt gesund, Euer Udokah


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