ok, ok .. ich bin spät dran diese Woche. Schuld hat Corona. Mit dieser Begründung geht es zur Zeit immer. Egal um was es geht. Um aber beim Thema Bike, Rad, Lust und Leidenschaft zu bleiben, bietet es sich doch an a) mangels exotischer Tourmöglichkeiten, hier im wunderbaren Gau zu weilen und zu cruisen sowie b) die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und Euch einfach mal teilhaben zu lassen an meinen ganz persönlichen 8 Corona Wochen ohne Corona aber irgendwie doch sehr penetrant mit Corona. Die Medien kriegen sich nicht mehr ein, wir können uns vor lauter Brennpunkten, Spezial- und Sondersendungen nicht mehr retten und wären gut beraten in diesen Tagen (Wochen) einfach mal news-technisch zu detoxen. Leute, runter vom medialen Gas, rauf auf den Sattel (ich empfehle meinen geliebten SMP, aber auch der Brooks ist sehr nett zu mir). Hinzu kommt mein Appell: denkt selbst, nicht jede Verordnung, nicht jeder Befehl ist konsequent zu Ende gedacht und weilt somit auf wackligen Beinen. Quatsch? Nein, kein Quatsch. Ein kleines Beispiel, live erlebt. Ein Ehepaar nächtigt auf einem einsamen Wanderparkplatz ihrer Wahl und wird von der Streife zu einem Bußgeld verknackt (250 Euronen pro Person). Die Lektüre der §§ bringt hervor: „Verboten ist die Nutzung touristischer Angebote“. Frage in die Runde: ist die Existenz eines Wander-P ein „touristisches Angebot“? Nope. Egal. Zurück zum Thema.

Sundown in Corona Zeiten

Die Botschaft lautet: habt keine Angst vor dem Tod, lebt. Konkreter: lebt! und bikt, radelt, genießt das trailsurfen, den Asphaltrubbler. Nehmt das Rad Eurer Wahl (ihr wisst ja, es gilt die goldene und schlicht wahre, unverrückbare Formel lautet: n+1). Geht raus, atmet, lebt, liebt und lacht. So einschüchternd manche Zahlen und Statistiken auch waren (sind? Stand Mitte Mai20) so wenig angebracht wäre es, sich zu verkriechen, einzuigeln und dem Popcorn zu huldigen. Nein, draußen liegt die Verlockung. Auf der Strasse, auf dem Schotter, auf der Overnighter Wiese. Der süße Duft der Versuchung köchelt auf dem Soto Kocher am Morgen nach einer wunderherrlichen Mondnacht. Und wenn der Titan Espresso Kocher mir die schwarze Seele des Espresso serviert, dann werden neue Lebensgeister wach. Isso. Wenn man die Feuchtigkeit des Taus vom Zelt wedelt, wie die trüben Stimmungen so mancher Denunzianten, die sich in diesen Tagen hinter ihrem Vorhang stehend, Notizen machen, dann hat man alles richtig gemacht und sollte einfach mal gedanklich und vor allem gut gelaunt hinauf in Richtung Gardine winken.

Schwarz und stark !

Einfach raus. Einfach T*U*N. So einfach ist das. Funktioniert auch im eigenem Mikrokosmos. Sogar auf der Kurzzeitebene. Egal ob Feierabend-Ride (1,2,3 Stunden) egal ob one-night-zelten. Völlig schnuppe. Tun muss man es. Wer es tut, ist glücklicher. Egal was. Probiert es aus. Funktioniert. Pro Life. Sterben tun wir später sowieso, insofern bietet es sich geradezu an, es HEUTE zu tun, spätestens aber morgen, dann aber wirklich, ohne wenn und aber und bitte nicht nach dem Motto „morgen gibt es Freibier“, sondern nur, wenn wir uns für den morgigen Tag darauf verständigen, dass er dann als HEUTE gilt – und es was zu tun gibt.

blaue Stunde hat blues im Munde (c)udokah 🙂

Fazit: wie so oft im Leben (!). Es ist eigentlich ganz einfach. Das Zauberwort heißt TUN. Klar, es gibt vielerlei Gründe dagegen. Aber immer mindestens einen mehr dafür. So jung kommt ihr ohnehin nicht mehr raus und so weit wie heute seid ihr nicht vom Tod entfernt. Nutzt die Zeit. Der Boandlkramer kann warten, besser noch wenn ihr ihm möglichst lang und oft davon fahrt – mit dem Biken hat er es nicht so. Es klingt simple. Und das tolle ist: es ist simple. Try it. Pro life.

Antizipation:

  • ja, richtig, eine Menge Kennzahlen erlauben den Schluss, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei ist
  • ja, korrekt, wer Sport treibt, dem kann etwas passieren. Aber wer nachts auf Toilette geht, ist davor auch nicht gefeit.
  • ja, es ist unstrittig, dass die Bergwachten und die Ehrenamtlichen da draußen einen dankenswerten Einsatz leisten und jeder Einsatz ist im Zweifel einer zuviel.
  • nein, Corona ist nicht von Ufos geschickt und ein von gezüchteten Fledermäusen bewusst in die Welt gesetztes Virus.
  • nein, kein Buff dieser Welt kann eine professionelle Schutzmaske ersetzen (und da liegt schon mal ein großer Fehler)
  • nein, nicht alle Maßnahmen und Verordnungen sind angemessen, sinnvoll und im Zweifel vielleicht sogar auch nicht rechtmäßig – dies ist aber ausschließlich meine persönliche, subjektive Meinung. Dem Leser sei unwidersprochen seine eigene gegönnt – Hauptsache er hat eine. Nachdenken ist immer erlaubt.
  • nein, das Thema Leben und Tot ist kein einfaches, kein flapsiges … und
  • ja, … natürlich ist die Empfehlung „radelt, lebt, lacht, liebt“ kein allumfassender und abschließender Ratschlag, der vor Ungemach schützt.
  • ja, die hier veröffentlichten Bilder entstanden während der Corona Krise und wurden mit lachendem Herz und in vollster Überzeugung erstellt
  • nein, diese Bilder und dieser Text soll nicht provozieren, sondern einen Blickwinkel öffnen verbunden mit der Message: pro life.

Wie sagte schon der gute Anthony Hopkins: „Keiner kommt lebend hier raus“. So schauts aus, drum gilt: „biken“ und „leben“ ist eine von vielen guten Alternativen bis dahin, wenn nicht vielleicht sogar eine der besseren. Bleibt gesund, aber macht Euch nicht verrückt.

Kategorien: Allgemein

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.