Nightriders Basics … worauf man achten sollte …

„Erit lux“ oder besser „Es werde Licht“ ist ein weitläufig bekanntes Zitat biblischen Ursprungs. Im Kontext unserer Workshop Serie kommt dieser Metapher eine besondere Bedeutung zu und sollte sogar in diesem Sinne um ein „und es bleibe Licht“ ergänzt werden.

Was muss ich tun, damit meine Lichtanlage zuverlässig und stet hell leuchtet. Welche Besonderheiten gilt es zu beachten. Ein kleiner Serviceplan soll helfen, sprichwörtlich Licht ins Dunkel zu bringen und diesem überaus wichtigen Funktionsbauteil am Fahrrad die Aufmerksamkeit zu widmen, die ihm auch gebührt. Denn es gilt unverändert, zumindest in den Abendstunden und darüber hinaus: nur wenn die Front- und Hecklampe zuverlässig leuchtet, ist die Fahrt auf dem Rad auch eine Freude und die Sicherheit gewährleistet.

Wir zeigen in wenigen Schritten, wie es hell bleibt. Es gibt eine Vielzahl von Systemen, aufgrund der weiten Verbreitung des Nabendynamos aus dem Hause SON sei dieser hier exemplarisch vorgestellt. Natürlich gelten im Wesentlichen die Schritte auch für andere / ähnliche Modelle.

Schritt 1 – grundsätzliche Funktionsprüfung.

Bevor wir ins Detail gehen sollte grundsätzlich geprüft werden, ob das System bestimmungsgerecht arbeitet, sprich die Leuchtleistung vorne und hinten erbracht wird, sobald der Nabendynamo rotiert.

Scheinwerfer auf Position „on“ stellen (sofern ein On/Off Schalter vorhanden, Vorderrad anheben, den Reifen (mehrfach) kraftvoll in Schwung setzen. Prüfen ob Front- und Rücklicht leuchten.

Schritt 2 – Standlichtfunktion ok?

Manche Scheinwerfer / Rücklichter verfügen über eine (zuschaltbare) Standlichtfunktion, d.h. sie leuchten „nach“, auch wenn der Vorderreifen ruht (z.B. an einer Ampel). Leuchten beide Lichtquellen nach Beendigung Schritt 1 (oder einer kurzen Probefahrt) noch nach? Das erhöht die Sicherheit wesentlich. Falls nicht: prüfen ob Standlicht eingeschaltet ist.

Schritt 3 – der Kurzschlusstest

Wenn die Leuchten nicht erleuchten, hilft ein Kurzschlusstest – dieser gibt Auskunft darüber, ob der Nabendynamo Strom abgibt. Kabelschuhe entfernen, das Rad kräftig antauchen und dann z.B. mit einem Schraubenzieher oder sonstigem leitenden Metall die zwei Pole kurzschließen. Das Rad wird dann schwergängiger und bremst ab. Auch entstehen kleine Funken durch diese Überbrückung.

Schritt 4 – Drehring richtig positioniert?

Wenn der Scheinwerfer kein Licht abgibt, kann es auch an einem falsch montiertem Drehring liegen. Einfach den schwarzen Ring aus der Nut lösen, umdrehen, neue einsetzen und den Test erneut durchführen. Natürlich dann auch auf die gewünschte „On“ Position drehen.

Schritt 5 – Sitz der Kabelschuhe prüfen

Selbst wenn alles funktioniert, ist es sinnvoll regelmäßig (ca. alle 4-6 Wochen) wiederkehrend das System kurz im Detail zu prüfen. Dies gilt sowohl für die Kabelschuhe, d.h. der (Steck)Kontaktstelle Kabel – Dynamo als auch im weiteren Verlauf (Schritt 4) für die Kabel selbst. Sitzen die zwei Kabelschuh fest und ohne Korrosion (Salz im Winter !) auf den Zungen des Dynamos? Gegebenenfalls fest ansetzen – sollte die Kontaktstelle unsauber sein, diese säubern und mit etwas Elektrospray (Wasserentferner) besprühen.

Schritt 6 – Kabelstrang prüfen

Laufen die Kabel sauber am Rahmen entlang, sind alle fixierenden Kabelbinder in Ordnung (spröde Kabelbinder auswechseln), gibt es Knick- oder sonstige Bruchstellen im Verlauf der Kabelführung (sofern nicht ohnehin innen verlegt) ? Sind auch durch Lenkereinschlag die Kabel noch spannungsfrei verlegt? Sind alle diese Punkte zufriedenstellend überprüft, ist das System intakt – etwaige „Problemstellen“ sollten beseitigt werden, je diffiziler diese sind, desto eher sollte auch hier der Fachhandel hinzugezogen werden – handelt es sich doch um ein sicherheitsrelevantes Bauteil, bei dem ein „och, geht schon irgendwie“ nicht akzeptabel ist.

Schritt 7 – final Check

Ist alles nachvollzogen und eventuell auch wieder korrigiert, macht ein erneuter Kurztest wie in Schritt 1 beschrieben Sinn. Vorderrad anheben, Reifen antauchen – leuchtet alles? Dann steht dem Nightride nichts mehr im Wege.

Nachfolgend aber noch ein paar generelle wichtige Hinweise.

Seltenst ist er Dynamo die Ursache von etwaigen Problemen – in der Regel ist die Elektronik im Scheinwerfer die Quell der Störung. Ob der Nabendynamo ordnungsgemäß arbeitet lässt sich mit Schritt 1 gut feststellen. Das Rad sollte nach kräftigem Antauchen einige Umdrehungen rotieren und nicht gleich „bremsend“ zum Stillstand kommen. Wenn das Rad nach 2 Umdrehungen steht, sollte der Fachhändler kontaktiert werden.

Wichtig ist auch die Prüfung, ob die Rückleuchte über den Scheinwerfer angeschlossen ist – niemals direkt am Dynamo selbst (andernfalls wird die Elektronik im Scheinwerfer zerstört).

Workshop Licht
damit es immer schön strahlt

Folgende Fehlerquellen können wir folgt eingeschätzt / behoben werden:

  • Ratternder Nabendynamo: oftmals ist die Achse nicht ausreichend geklemmt. Einmal den (Schnell)Spanner ordentlich fixieren, sollte das Problem lösen.
  • Wartungsintervall Nabendynamo: die SON Dynamos sind wartungsfrei und beidseitig mit hochwertigen Rillenkugellagern abgedichtet. Asiatische Plagiate laufen oftmals wesentlich „unrunder“.
  • Polarität: fast alle Nabendynamos liefern Wechselstrom. Keiner der Pole ist mit Masse verbunden, so dass die Stecker am Dynamo beliebig getauscht werden können.
  • Austausch LED: dies ist nicht möglich. Die verbauten LEDs haben eine hohe Lebenserwartung und halten nahezu ewig. Sie sind fest verbaut und können daher nicht getauscht werden.

***

© Udo Kewitsch, Sep19


1 Kommentar

Britta Z. · 18. Dezember 2019 um 9:58

Ja, perfekt. So wird’s gemacht! Siehe auch https://nabendynamo.de/service/faqs

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.